DELFSHAVEN - VOOR- EN ACHTERHAVEN

 










      Wappen von Delfshaven












    Man sollte an die
    Vergangenheit denken,
    ohne sich mit allzu
    schwermütiger Sehnsucht
    in sie zu versenken.

    Vincent van Gogh, 1853-1890


 


D E L F S H A V E N

Die Stadt Delft erhielt vom Grafen von Holland im Jahr 1389 die Einwilligung, einen Kanal von dem Fluss de Schie bei Overschie bis an die Maas zu graben (Rotterdam hat bereits 1340 die Genehmigung erhalten einen Kanal von Overschie nach Rotterdam anzulegen). Der nun entstehende Hafen wurde natürlich Delfshaven genannt. Damit hatte Delft über das ca. 15 km entfernte Delfshaven eine direkte Anbindung an die Nordsee und somit war dem „Welthandel“ Tür und Tor geöffnet. Eine Konkurrenz mit Rotterdam war noch nicht gegeben, da Rotterdam zu der Zeit ein Heringsfischerdorf war. Erst später wurde Hafenumschlag und Transport ein wichtiger Bestandteil der Rotterdamer Wirtschaft (Ende zwanzigstes Jahrhundert - 1962: weltgrößte Hafen !).
Auch in Delfshaven war die Heringsfischerei ein grosser Erwerbszweig. Es sammelten sich aber auch diverse andere Betriebe hier an, wie z.B. eine Salzsiederei, eine Traankocherei (für die Grönland-Walfänger) und auch eine Schiffswerft für die V.O.C. (Vereenigde Oostindische Compagnie) und andere kleinere Handwerks-betriebe für z.B. Schiffstaue, Fangnetze, etc.

In Delfshaven wurde der spätere Leutnant Admiral und Seeheld Piet Heyn geboren (1577), der u.a. der spanischen „Zilvervloot“ (Silberflotte) vor Kuba das Zittern beibrachte und diese auch besiegte. Er war auch Leutnant-Admiral der West Indischen Compagnie (Siehe auch die Site  "Piet Heyn").
Delft wurde -mit durch seinen Hafen- bis in das 17. Jh. eine der bedeutendsten Handelsstädte Hollands. Von Delfshaven aus reisten um ca. 1620 auch die „Pilgrim Fathers“ in die „Neue Welt“ (über England nach Amerika).
Im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert siedelten sich viele (circa 40) Schnapsbrennereien und „Jeneverstokerijen“ in Delfshaven an und die brachten wiederum neue Handwerksbetriebe und Handwerker mit. Delfshaven besass ausserdem drei grosse Getreidemühlen. „De korenmolen Het Vertrouwen“ an der Schans, „de moutmolen De Distilleerketel“ (Unten in Bildmitte die auch heute, nachdem sie wiederaufgebaut ist, immer in Betrieb ist) und „de koren- en moutmolen De Waakzaamheid“ gelegen an der Strasse Tussendijk (vor der Havenstraat [diese Strasse war als Deich angelegt und hieß vor der Annexion durch Rotterdam in Jahr 1878, Rotterdamsche Dijk]).

In 1811 hat Delfshaven sich von Delft gelöst und wurde mit ca. 3.000 Einwohnern zur Stadt erhoben. Delfshaven - erst als eigenständige Stadt, seit 1878 nun als Stadtteil von Rotterdam - ist sich in all den Jahrhunderten treu geblieben und hat ihre Grundform bedingt durch die Häfen (Voor- en Achterhaven) erhalten. Viele alte Gebäude umgeben die Häfen und sorgen dafür, dass die Zeit einen Augenblick angehalten wird, ohne dass der Betrachter den Eindruck erhält, inmitten eines Museums zu stehen. Ein Besuch lohnt sich.


















Impressionen aus Delfshaven    
Foto's:  Nic Verbeek    


 

    Wir wollen aus der
    Vergangenheit das
    Feuer übernehmen,
    nicht die Asche.

    Jean Jaurés, 1859-1914


                           
Karte und Zeichnung von Delfshaven um etwa 1572

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